Medizinische Versorgung

Urlaub!!!

Und wenn doch mal was ist?

Ihr habt euch den Fuß verknackst, was im Auge, mit dem Pilzmesser in den Finger geschnitten, der Weisheitszahn zwickt oder eine andere körperliche Katastrophe erleiden müssen?

Keine Angst, das bedeutet in Schweden nicht das sofortige sichere Ableben. Es gibt Hoffnung. Es gibt tatsächlich auch hier im Norden medizinische Versorgung.

Das Personal im schwedischen Gesundheitswesen sehr freundlich, empathisch und hilfsbereit. Mit Standard-Urlaubs-Wehwehchen fühlt man sich dort sicher und gut aufgehoben.

Das schwedische Gesundheitssystem ist sehr schulmedizin-verliebt. Es werden Standarddiagnosen gestellt und nach Standardverfahren behandelt.

Auf den Dörfern, so auch in Unnaryd, gibt es kleine Krankenhäuschen bzw. Praxen für die medizinische Grundversorgung. Die heißen vårdcentral. Das sind erste Anlaufstellen, die üblicherweise mit Krankenschwestern besetzt sind, die in Schweden sehr viele Behandlungen selbst durchführen dürfen. Tageweise sind hier auch Ärzte tätig, aber eben nicht jeden Tag. Diese Praxen sind nicht rund um die Uhr besetzt.

In kleinen Städten gibt es meist Krankenhäuser. Das heißen sjukhus. Wenn die Krankenschwestern auf dem Dorf an ihre Grenzen stoßen, schicken sie einen weiter ins Krankenhaus. In diesen Krankenhäusern findet man die wichtigsten medizinischen Fachrichtungen, in aller Regel auch mit Ärzten besetzt. Diese Krankenhäuser sind rund um die Uhr besetzt, es kann in der Ferienzeit aber auch Ausnahmen geben. Klingt komisch, ist aber leider so. Wenn die Ärzte Urlaub haben, ist die Notaufnahme schon mal zu.

In größeren Städten und Großstädten wachsen die Krankenhäuser dann auf Klinik und Großklinikmaßstab an. Spezialabteilungen, Fachärzte etc. findet man hier. Hier ist rund um die Uhr geöffnet, einschließlich Notaufnahme.

Wenn ihr nicht gerade den Kopf unter dem Arm tragt, meldet ihr euch telefonisch an und bekommt einen Termin. In aller Regel sehr kurzfristig, fast immer am selben Tag. In schwedischen Ferienzeit vielleicht auch mal am nächsten. Zu dem Termin fahrt ihr hin, meldet euch an und gebt euch vertrauensvoll in die Hände der Krankenschwestern und Ärzte.

Bei Zahnproblemen gibt es einerseits den folktandvård, der als Universal-Zahnarzt oft an Krankenhäuser angegliedert ist.

Andererseits gibt es private Zahnärzte und zahnärztliche Fachkliniken, die einen recht guten Ruf genießen. Insbesondere die Kliniken sind nach eigener Erfahrung recht empfehlenswert.

Habt ihr etwas im oder am Auge, könnt ihr entweder zuerst den oben beschriebenen Weg durch die schwedische Gesundheitswelt nehmen.

Alternativ gibt es auch fürs Auge, analog zum Zahnarzt, gute private Praxen oder Kliniken.

Ihr zahlt als Ausländer in Schweden vor Ort für die Behandlung. Keine Angst, wir sind nicht in Amerika, ihr werdet nicht arm. Die wenigen Male, die Gäste von uns medizinische Hilfe beanspruchen mussten, waren wir positiv überrascht von der kulanten Preisgestaltung des schwedischen Gesundheitssystems.

Jetzt wisst ihr, wie es geht. Und die Sprache? Mit Englisch kommt man gut durch. Größere Krankenhäuser haben oft Personal, welches Deutsch-Schwedisch-Deutsch übersetzen kann.

Ihr fühlt euch damit alleingelassen? Kein Problem, wir sind ja auch noch da. Sagt uns kurz Bescheid und wir unterstützen euch dabei, wieder heil zu werden.