Beim Einkaufen in Schweden gibt es ein paar Besonderheiten. Diese werden euch regelmäßig begegnen.
Nummerlapp
Vordrängeln gilt in Schweden als sehr unfein. Allein der Gedanke, sich eventuell vorgedrängelt zu haben, ist Vielen schon unangenehm. Die Frage, ob man denn dran ist oder noch nicht, möchte sich niemand stellen müssen.
Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr im Baumarkt beraten werden möchtet, an der Käsetheke im Supermarkt steht, in der Apotheke nach einem Allergiemittel fragen möchte oder im Krankenhaus in die Anmeldung geht – immer diese bohrende Unsicherheit, wann seid ihr dran?
Die schwedische Lösung ist „Ta en nummerlapp!“ = Zieh eine Nummer!
Beim Betreten einer Einrichtung oder eines Bereiches, in dem Menschen auf etwas warten, kuckt ihr euch kurz um. Meistens findet ihr einen kleinen Aufsteller mit einer Nummernrolle oder einen kleinen Automaten, der auf Knopfdruck die Wartenummer, den Nummerlapp ausspuckt. Manchmal müsst ihr euch noch entscheiden, was ihr möchtet, zum Beispiel Beratung oder Abholung in der Apotheke.
Zentral, über einem Tresen oder einzelnen Bedienplätzen hängt eine Anzeige, an der ihr sehen könnt, welche Nummer gerade bedient wird und wenn ihr an der Reihe ist. Hingehen, Zettel zeigen, sagen, was man möchte, und schon geht es los.
Snabbkassa
Die „schnelle Kasse“ befindet sich in kleinen und mittleren Märkten oft gegenüber der normalen Kasse. Habt ihr nur ein paar Artikel, könnt ihr dort selbst scannen, direkt mit Karte zahlen, die Quittung ziehen und fertig. Bevor ihr diesen Service in Anspruch nimmt, schaut, ob bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden müssen, wie z.B. Mitgliedschaft im Kundenclub. Sonst scannt ihr fröhlich und wenn es ans Bezahlen geht, müsst ihr doch wieder einpacken und an die normale Kasse.
Självscan
Im Eingangsbereich größerer Supermärkte befinden sich oft Displays, in denen kleine Selbstscanner stecken. Die werden an die Einkaufswagen geklemmt und man scannt jeden Artikel beim Reinlegen. An speziellen Checkouts im Kassenbereich kann man dann auf einmal den gesamten Einkauf zahlen. Gelegentlich werden Stichproben vom Personal gemacht und ein paar Artikel zur Überprüfung gescannt. Hier ist der Hasenfuß, dass ihr für das System registriert sein müsstet. Das ist kein Hexenwerk, erfordert aber zwingend eine digitale Identifizierung, „E-Legitimation“ mit einem vom Betreiber anerkannten System. In aller Regel ist das in Schweden Bank-ID. Kein schwedischer Wohnsitz – keine Bank-ID.
Obemannad
„Unbemannt“ oder „da ist keiner im Laden, kontrolliert und kassiert“. Manche kleineren Shops oder Hofläden haben zeitweise gar kein Personal mehr im Laden oder an der Kasse. Lange Öffnungszeiten, Selbstbedienung, Selbstscannen, Selbstzahlen – alles auf Vertrauensbasis. Für diese Anbieter funktioniert das. Andere kleinen und mittleren Märkte haben noch normale Öffnungszeiten mit Personal im Laden und an der Kasse, erweitern diese aber um ein paar unbemannte Stunden nach vorn und nach hinten. Dort ist normales Einkaufen mit Service und oft auch Barzahlung während der Kernöffnungszeit möglich. Außerhalb kann man sich selbst hereinlassen, einkaufen, scannen und bezahlen. Natürlich will der Betreiber wissen, wer kauft denn da? Auch ist hier die digitale Identifizierung, „E-Legitimation“ zwingend erforderlich.
Swish
Swish ist eine schwedische Bezahl-App, die viel und gern genutzt wird. Kauft man im Laden, scannt man oft einen Code an der Kasse und zahlt direkt aus der App. In kleinen Läden oder privat gibt man die Telefonnummer des Gegenübers ein und zahlt ebenfalls direkt aus der App. Der Eingang des Geldes ist beim Gegenüber sofort zu sehen. Aber, wieder mal: digitale Identifizierung, also „E-Legitimation“ nötig.