Meine Reise nach Öland – Tag 1

Von meinem geplatzten Traum mit Hurley habe ich euch ja schon berichtet. Mein Lieblings-Ehemann war genauso traurig wie ich und so haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, welche Möglichkeiten wir haben. Und jetzt bin ich die stolze Besitzerin von einem kleinen Campinganhänger, der den Namen “Horst” bekommen hat.

Ranger “Horst”

Ich kann jetzt mit meinen beiden Hunden die Welt erkunden, wir haben unterwegs ein festes Dach über dem Kopf, eine kleine Küche dabei, Hurley muss kein Futter oder ähnliches tragen und einen ganzen Tag wandern muss mein Großer auch nicht mehr.

Ehrlich gesagt traue ich ihm heute so eine Anstrengung auch nicht mehr wirklich zu. Er hat doch über Sommer abgebaut, die ständige Hitze hat ihm nicht gutgetan und selbst auf unseren täglichen Runden wird er schnell müde.

Mein Lieblings-Ehemann hat keine Mühen gescheut und nicht aufgegeben, um mir dieses nette Gefährt zu besorgen. So steht dieser kleine husvagn wie er in Schweden heißt, jetzt in unserer Garage und wartet auf spannende Touren. Ich danke dir!

Unser erster Trip hat uns Richtung Osten auf die Insel Öland geführt – nicht so weit weg für die ersten Tour und jede Menge zu erkunden.

Das schwedische Wort für Insel ist “ö” und so bedeutet Öland übersetzt Inselland. Ein paar weitere langweilige Fakten vorneweg:

  • Öland ist 137 km lang und misst an der breitesten Stelle 16 km. Daraus ergibt sich eine Fläche von 1.350 km².
  • Öland ist nach Gotland die zweitgrößte Insel Schwedens.
  • Die 6 km lange Ölandbrücke wurde 1972 gebaut und verbindet die Insel und das Festland.
  • Es wohnen etwa 25.000 Menschen dauerhaft auf der Insel.
  • Neben der Landwirtschaft ist heute der Tourismus die Haupt-Einnahmequelle.
  • Öland hat eine unglaublich reiche und alte Geschichte, die ältesten Besiedlungen werden auf 7.000 v.Chr. datiert.
  • Das Schloss Solliden, der Sommerwohnsitz der königlichen Familie, liegt ebenfalls auf der Insel, in der Nähe der Stadt Borgholm.

Bei meiner Recherche im Internet bin ich auf einen netten, kleinen Campingplatz im Süden der Insel gestoßen. Sandviks Camping hat nur etwa 100 Stellplätze und davon etliche ohne Strom direkt am Strand. Das war ungefähr das, was ich mir vorgestellt hatte und so ging die wilde Fahrt los.

Erwartungsgemäß waren die meisten Touristen wieder zuhause, daher haben wir uns den ganzen Campingplatz mit nur einer Handvoll anderer Campern geteilt – alles ganz entspannt. Am Strand standen wir in der ersten Nacht zu dritt, die zweite Nacht waren wir ganz alleine.

Sandviks Camping

Auf der Fahrt über die Insel hingen massenhaft Schilder für Cafés, Galerien, Ateliers, Eisdielen, Loppis (schwedischer Flohmarkt) und, und und an der Straße. Fast alle schon “stängt” – also geschlossen. Ich möchte echt nicht wissen, wie es in den Sommermonaten auf der Insel aussieht.

Das war ja aber auch alles gar nicht mein Ziel und wird es auch nie werden. Ich wollte die Natur genießen, in Ruhe vor meinem Horst sitzen und nicht mit unzähligen Touristen im Gänsemarsch durch die Gegend getrieben werden.

Heute, am ersten Tag, wollten wir erstmal gemütlich ankommen, uns ein wenig einrichten, zu Fuß die nähere Umgebung erkunden und dann einfach draußen sitzen und – ihr werdet es nicht glauben – nichts tun. Keine Büroarbeit, nichts im Haus oder Garten zu erledigen, keine Wandertermine. Ich war selber gespannt, ob ich wohl einfach stillsitzen kann.

Aber erst war ja ein bisschen die Umgebung erkunden angesagt:

Wir sind einfach auf einem kleinen Trampelpfad Richtung Süden am Meer entlang spaziert, haben uns am Geschrei der Möwen erfreut und mit den Schwänen um die Wette die Luft angehalten. Die Schwäne haben übrigens eindeutig gewonnen.

Ja und dann? Dann war tatsächlich nix mehr zu tun und ich habe es mir auf meinem Stuhl gemütlich gemacht. Schnauzi lag neben mir und hat gedöst, ich hatte eine leckere Tasse Kaffee in der Hand und Seven hat sich einen Platz hinter Horst gesucht, wo sie alles im Blick hatte. Ich hatte zwei lange Leinen mit und so konnten meine beiden sich einen Platz suchen, wie es ihnen gefiel. Als es Abend wurde ist Seven dann zu mir an meine Seite gekommen und wir haben alle der Sonne beim Untergehen zugeschaut.

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Die Kamera habe ich dann auch weggepackt, es wurde eh zu dunkel für Fotos. Die anderen waren alle schon in ihr Wohnmobil gegangen, warum auch immer. Schauen die dann Fernsehen? Warum fahren sie dann Campen? Gut, muss ich ja nicht verstehen.

Plötzlich kam von rechts ein Tier. Mittelgroß, spitze Ohren, sehr geschmeidig. Erst dachte ich, es wäre eine Katze, aber es war ein Fuchs auf der Jagd. Irre, nur ein paar Meter von mir weg und ganz entspannt. 10 Minuten später ist dann auch noch ein Hase vorbeigehoppelt – klarer Fall von: Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht.

Dann sind auch wir irgendwann schlafen gegangen und vom 2.Tag berichte ich euch im nächsten Beitrag.

Ein Kommentar zu „Meine Reise nach Öland – Tag 1“

  1. Liebe Bärbel, oh wie schööönnn… endlich on tour. Wunderbar, ich genieße es mit. Tolle Bilder und zum Glück Ruhe auf der Insel. Neee, zur Hauptzeit geht gar nicht. Hurley ist grau geworden. Wie schön aber, dass Ihr Eure Tour mit dem lieben Horst nun umsetzen konntet. Unkompliziert, entspannt und in Hurleys Tempo. Und Seven ist einfach ein braves Mädchen und passt auf Euch auf. Weiterhin viel Freude. Liebe Grüße aus Oldenburg

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